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Keine Angst vorm Bergablaufen
Nach dem Marathon
Medizinische Stellungnahme
Von 0 auf 21 Kilometer
Medizinische Stellungnahme zum Tirol Speed Marathon

Dr. Christian Hoser - Facharzt für Sportunfälle an der Univ.-Klinik Innsbruck

Natürlich stellt man sich bei der Betrachtung des Streckenprofiles des Tirol Speed Marathons die Frage, ob hier nicht besondere Belastungen auf den Bewegungsapparat bei der Bewältigung der Marathonstrecke einwirken werden. Diese Frage ist natürlich eindeutig mit Ja zu beantworten. Jede neue, vorher noch nicht durchgeführte, Belastung stellt eine Herausforderung für den Bewegungsapparat und beim Laufen insbesondere für die Gelenke der unteren Extremität dar. Es ist somit absolut erforderlich, dass für diesen speziellen Lauf auch eine spezielle Vorbereitung durchgeführt wird.

Tipps zur Vorbereitung für den Tirol Speed Marathon:

In den Monaten vor dem Tirol Speed Marathon ist die Technik des Bergablaufens in den Trainingsplan insofern einzubeziehen, dass mehrere Einheiten mit Bergabstrecken in einem Ausmaß von etwa 15 – 20 Minuten auf jeden Fall einzugliedern sind. Dabei geht es einerseits darum, die Muskulatur entsprechend vorzubereiten, andererseits aber auch darum, die Technik des Bergablaufens zu internalisieren.
Bezüglich des Laufstiles empfehle ich einen Fersenlaufstil, bei dem die ganze Sohle am Abrollvorgang teilnimmt. Es ist dabei besonders wichtig zu erwähnen, dass dieser Laufstil weich durchgeführt wird und keine klatschenden Geräusche durch die Schuhsohlen hörbar sein sollten. Für betonte Vorfußläufer empfiehlt sich, zumindest während der Bergabstrecken, den Laufstil manchmal auf Fersenlauf umzustellen und somit eine wechselnde Belastung auf die Muskulatur zu erreichen und die Ermüdung so gering wie möglich zu halten.
Für die Wahl des Schuhs ist es in dieser Situation erforderlich, auf jeden Fall einen stabileren Schuh dem wettkampforientierten leichteren Schuh vorzuziehen. Die Bergabsituation bewirkt auf die Stabilisierungsmuskulatur des Fußes eine erhöhte Belastung und jede Unterstützung durch das Schuhwerk kann hier nur sinnvoll sein.

 

Gibt es Läufer, denen ich von der Teilnahme an diesem Marathon abrate?

Ja, diese Läufer gibt es auf jeden Fall, denn vorbestehende degenerative Veränderungen mittleren bis stärkeren Ausmaßes und hier insbesondere die Außenseite des Kniegelenkes (Außenmeniskus, äußerer Knorpel des Kniegelenkes) sollten den Läufer dazu veranlassen, die kürzere Strecke (Halbmarathonstrecke) anstatt der Marathonstrecke in Angriff zu nehmen - das gilt aber auch für jeden Marathon in der Ebene.

 

Für die Tage nach dem Rennen empfehle ich dringend, einige Radeinheiten durchzuführen, da damit den Gelenken auf schonende Art und Weise ermöglich wird, die belastende Situation zu verdauen und so wieder in einem Normalzustand zurückzukehren.



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